Unternehmen & Märkte

MÖBELHANDEL | 08.06.2012

Ikea will Nachhaltigkeit erschwinglich machen

Der Möbelriese Ikea verbraucht Ressourcen wie Holz, Baumwolle, Energie und Fläche in großem Stil. Jetzt will das Unternehmen nachhaltiger werden.

Die Massenproduktion macht es möglich: Der Kunde soll bei Ikea auch bei nachhaltigen Produkten sparen.

Die Massenproduktion macht es möglich: Der Kunde soll bei Ikea auch bei nachhaltigen Produkten sparen.

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"Langfristiges Ziel ist, dass alle unsere Produkte verwertet, wiederverwendet oder recycelt werden", sagte der für Nachhaltigkeit zuständige Ikea-Vorstand Steve Howard der Nachrichtenagentur dpa.

"Das Holz von Regalen oder Tischen könnte man sechs- bis siebenmal recyceln", erläuterte er bei dem Gespräch in der deutschen Ikea-Zentrale in Hofheim-Wallau bei Frankfurt. Wiederverwertetes Holz habe in der Möbelproduktion den Vorteil, dass es trockener als Frischholz sei.

Kann der Kunde sein abgenutztes Billy-Regal dann bald wieder bei Ikea zurückgeben? Noch hält Howard das für weit hergeholt. "Bei dieser umgekehrten Lieferkette gibt es viele Fragen." Ikea erprobe aber in einigen Ländern, Plastikwaren oder Gartenmöbel zurückzunehmen. "Wir arbeiten an Geschäftsmodellen", die bräuchten allerdings noch mehrere Jahre Entwicklung.

Umweltschützer im Vorstand


"Wir müssen Nachhaltigkeit erschwinglich machen", sagte der promovierte Ökologe Howard (46). Er arbeitete in Umweltgruppen und leitete die Klimaschutz-Beratung Climate Group, bevor er Anfang 2011 zu Ikea wechselte. Dort ist der Brite einer der ersten Topmanager, die nicht innerhalb des Möbelriesen Karriere gemacht haben.

Ikea setzte im Geschäftsjahr 2011 (bis 31. August) weltweit 24,7 Milliarden Euro um und erzielte einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro. Deutschland ist der größte Einzelmarkt für das Möbelhaus mit schwedischen Wurzeln, das heute von einer Stiftung in den Niederlanden gesteuert wird.

Der Seitenwechsel zu Ikea habe nichts an seinen Überzeugungen zur Nachhaltigkeit geändert, sagte Howard: "Wir werden in den kommenden Jahrzehnten etwa das Anderthalbfache dessen verbrauchen, was dieser Planet erzeugt". Zwei Drittel der Menschheit lasse das Stadium der Armut hinter sich und werde mehr konsumieren - umso wichtiger sei ein schonender Umgang mit Naturressourcen und Energie.

Umweltfreundliche Innovationen in Masse


Als Beispiel für den Nachhaltigkeitseffekt für den Kunden nannte Howard Induktionsherde, die weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Elektro- oder Gasherde. "Andere Firmen machen die neueste Technologie am teuersten. Wir wollen Innovationen erschwinglich anbieten und das über Massenproduktion ausgleichen."

Im Geschäftsjahr 2011 verkaufte Ikea den Angaben nach 168.000 Induktionsherde. Fast jeder zweite verkaufte Herd hatte die neue Technik.

Die Stellschrauben für Nachhaltigkeit, an denen Howard arbeitet, helfen auch Ikea selbst, Kosten für Rohstoffe, Energie oder Transport zu senken. Als Großverbraucher von Energie habe der Konzern im letzten Geschäftsjahr 470 Millionen Euro in Wind- und Solarenergie investiert, sagte Howard. "60 Gebäude sind mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet." In sechs Ländern betreibe Ikea eigene Windparks.

Strom aus eigener Produktion decke etwa ein Sechstel des Bedarfs, insgesamt werde zur Hälfte erneuerbare Energie konsumiert. "Wir wollen auf 100 Prozent kommen", sagte Howard. Im Nachhaltigkeitsbericht 2011 hatte das Unternehmen noch keine Frist dafür genannt. "Aber wir werden bald einen Zeitrahmen festsetzen."

dpa

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