Technik & Web

M-PAYMENT | 20.03.2012

Otto Group will PayPal Konkurrenz machen

Exklusiv: Der Hamburger Handelskonzern arbeitet an einer Zahlungslösung für Smartphones und E-Commerce. Mit stationären Händlern laufen Gespräche über die Akzeptanz an der Ladenkasse - auch einen Namen hat der PayPal-Konkurrent bereits.

Foto: Hanno Bender

Die Otto Group will ein händlerübergreifendes Zahlungsverfahren etablieren.

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Die Otto Group führt mit einer Reihe von deutschen Handelsunternehmen Gespräche über die Etablierung eines neuen Zahlverfahrens mit dem Namen Yapital. Nach Informationen von derhandel.de soll mit Yapital sowohl im Internet als auch im stationären Handel per Smartphone bezahlt werden können.

Das Grundkonzept gleicht dem von PayPal bekannten Prinzip: Der Kunde registriert sich für ein Transferkonto bei der Yapital Financial AG Bank mit Sitz in Luxemburg und kann im Anschluss Onlineeinkäufe durch die Auswahl der entsprechenden Zahloption im Webshop bezahlen.

Wallet-Lösung mit QR-Code-Zahlungen


Darüber hinaus sollen mit Yapital auch Zahlungen per Smartphone im stationären Handel ermöglicht werden, etwa durch das Einscannen eines QR-Codes an der Kasse oder andere Verfahren. Hierzu ist an eine Wallet-Lösung gedacht, mit der auch Gutscheinkartenfunktionen und Bonifizierungen realisiert werden sollen.

Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Konzeptphase, Vorstellungen zu den Gebührenmodellen gibt es noch nicht. Es wurden aber bereits verschiedentliche Sondierungsgespräche über die Akzeptanz von Yapital mit anderen großen deutschen Handelsunternehmen geführt. Von der Otto Group gab es auf Anfrage von derhandel.de weder eine Bestätigung noch ein Dementi zu dem Vorhaben.

Markeneintragung und Domainregistrierung erfolgt


Der Name Yapital findet sich allerdings bereits mehrfach: Die Otto Group ließ beim Deutschen und Europäischen Markenamt im Februar 2012 für Yapital eine Wort-Bildmarke registrieren. Dabei wurden die für den Zahlungsverkehr einschlägigen Nizza-Klassen 9, 16, 35, 36 eingetragen, die den Schutz der Marke unter anderem in folgenden Bereichen beinhalten: "Computersoftware für die Verarbeitung von elektronischen Zahlungen und den Geldtransfer von Dritten zu Dritten", "Authentisierungssoftware", "Finanzdienstleistungen, insbesondere Abwicklung von Geldtransfers zwischen Dritten bei Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen über das Internet, Ausgabe von Kreditkarten. Zudem wurden für "Yapital" deutsche und internationale Internet-Domains registriert und ein Xing-Eintrag sowie ein Twitter-Konto lassen sich unter dem Namen finden.

Nachdem das Wall Street Journal Anfang März gemeldet hatte, dass die amerikanischen Händler Wal-Mart und Target gemeinsam an einer branchenübergreifenden mobile Zahlungslösung arbeiten, wäre der Hamburger Multichannel-Konzern ein weiteres Handelsunternehmen, das versucht, ein neues Bezahlverfahren unabhängig von Banken, Kreditkartengesellschaften und Mobilfunkunternehmen zu etablieren.

Eine Zahlungslösung für das Multichannel-Otto-Reich und mehr


Die Otto Group betreibt über 50 verschiedenen Onlineplattformen von Baur über bonprix und mytoys bis hin zur Witt-Gruppe sowie konzernweit mehr als 400 stationäre Geschäfte zu denen unter anderem SportScheck, Zara Deutschland, Massimo Dutti Deutschland, Frankonia- und bonprix-Filialen zählen. Auch mehrere Finanzdienstleister (EOS Gruppe, u.a.) gehören zum Hamburger Familienunternehmen.

In der Handelsbranche stößt das Projekt auf eine positive, aber auch skeptische Resonanz: "Viele der bisherigen Lösungsansätze für mobile Zahlungen bedeuten eine Erweiterung der Wertschöpfungskette im Zahlungsverkehr, was zu einer Verteuerung führen würde", kommentiert ein Handelsmanager, der nicht zitiert werden will. "Wenn der Handel hier abseits von Google, Apple, PayPal und den Kreditkartenorganisationen eine eigene, kundenfreundliche Lösung anbietet kann, wäre dies effizienter". Allerdings habe es die Handelsbranche auch beim Thema "Kartenzahlungen" nie geschafft, eine gemeinsame Lösung zu etablieren, so der Branchenkenner.
 
Hanno Bender

Lesen Sie in der kommenden April-Ausgabe der Wirtschaftsmagazins Der Handel mehr zum Thema "Zahlungslösungen für das Smartphone". Welche Konzepte sind erfolgversprechend? Was plant PayPal in Deutschland? Graben Google, Apple, Amazon, Facebook und Co. als die neuen Oligarchen den etablierten Playern im Zahlungsverkehr das Wasser ab? Wie reagiert der stationäre Handel? Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier.

Update: Inzwischen hat die Otto Group das Projekt in einer Pressemitteilung bestätigt. Die Markteinführung von Yapital sei für das kommende Jahr geplant, heißt es darin.

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