Donnerstag 20.06.2013
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Nur Metro darf Metro heißen, aber nicht eine Computersoftware.
Einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins "Ars Technica" bestätigte am Freitag ein Brancheninsider der Nachrichtenagentur dpa.
Ein Sprecher des Handelskonzerns Metro sagte in Düsseldorf: "Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte." Auf Nachfrage erklärte er, dass Metro sicherlich eine schützenswerte Marke sei, wie dies für jedes andere Unternehmensnamen auch gelte.
Nur ein Arbeitstitel
Auch Microsoft war bemüht, den Konflikt herunterzuspielen. Der Name Metro sei in der Phase der Produktentwicklung nur als Codename, also gewissermaßen als Arbeitstitel, verwendet worden, erklärte ein Sprecher des Software-Konzerns in Redmond bei Seattle. Jetzt habe man eine kommerzielle Bezeichnung gewählt.
Allerdings hat Microsoft bereits am Mittwoch die fertige Windows-8-Software an die ersten PC-Hersteller ausgeliefert - da wurde die Benutzeroberfläche noch als "Metro" bezeichnet.
Rechtsstreit wurde noch verhindert
"Ars Technica" berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Microsoft rechtliche Konsequenzen wegen Verletzung der Handelsmarke Metro angedroht worden seien. Daher habe die Rechtsabteilung des Software-Herstellers die weitere Verwendung des Begriffs Metro gestoppt.
Stattdessen werde nun im Zusammenhang mit Windows-8-Anwendungen der Begriff "Windows 8-style UI" verwendet - UI ist die Abkürzung für "User Interface" (Benutzeroberfläche). In Zusammenhang mit den weiteren Microsoft-Produkten werde das Design nun als "New User Interface" bezeichnet.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erfolgte die Namensänderung, bevor die Justiz mit dem Markenstreit befasst wurde. In der IT-Branche überziehen sich mehrere konkurrierende Unternehmen zurzeit mit Prozessen wegen der Verletzung von technischen Patenten und Geschmacksmustern. Am heftigsten tobt dieser Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung um das Design von Tablet-Computern und Smartphones.
Animationen und Übergänge
Die Bezeichnung "Metro" hat Microsoft seit 2006 als internen Codenamen für die technische Plattform zur Darstellung von digitalen Inhalten verwendet. Zu den Design-Prinzipien gehört die Ablösung der bisherigen Datei- und Programmsymbole (Icons) durch kachelartige Rechtecke, die vom Nutzer nach eigenen Bedürfnissen angeordnet werden können. Bei der Steuerung der Oberfläche spielen Animationen und Übergänge eine große Rolle.
Vor Windows 8 ist diese Oberfläche bereits für das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone umgesetzt worden, das im November 2010 eingeführt wurde. Dabei hat Microsoft die Bezeichnung "Metro" nicht nur intern, sondern auch in der öffentlichen Werbung für seine Produkt breit eingesetzt.
dpa
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