Mittwoch 19.06.2013
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Die Schlecker-Tochter IhrPlatz soll einzeln verkauft werden
"Ich bestätige Gespräche mit der Insolvenzverwaltung", sagte Dubag-Vorstand Michael Schumann der Nachrichtenagentur dpa. Verschiedene Medien hatten berichtet, dass sich Dubag und Insolvenzverwalter Werner Schneider handelseinig seien.
"Bei einem finalen Abschluss werden wir zeitnah kommunizieren", teilte Schneider mit. Bis dahin sei er aber weiter an einem Paketverkauf der insolventen Drogeriekette und seiner Tochter IhrPlatz interessiert.
Sowohl Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geitwitz als auch sein Kanzleipartner Schneider hatten zwar immer wieder betont, dass sie eine Paketlösung für die Schlecker-Gruppe favorisieren. Sie haben aber einen Einzelverkauf nie ausgeschlossen.
Verkäufe in Frankreich und Polen
Neue Bewegung gibt es auch im Auslandsgeschäft von Schlecker. Nach dem Verkauf des tschechischen Filialnetzes an das Handelsunternehmen P.K. Solvent (PKS) stehe nun das Geschäft in Frankreich - die Tochterfirma Schlecker SNC - "kurz vor dem Vertragsabschluss", bestätigte ein Sprecher des Insolvenzverwalters einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten".
Geplant sei auch der Verkauf der Niederlassung in Polen. Der separate Verkauf dieser drei Geschäfte sei bereits vom alten Schlecker-Management angestoßen worden, hieß es weiter.
Die Auslandsfirmen von Schlecker sind nicht insolvent. Der Erlös aus dem Verkauf fließt aber in die Insolvenzmasse in Deutschland mit ein, weil die Auslandsgesellschaften ebenfalls Anton Schlecker gehören und er mit seinem Vermögen haftet.
Investor Dubag steht Gewehr bei Fuß
Die Tochterfirma IhrPlatz hatte zusammen mit der Mutter im Januar Insolvenz angemeldet. Einkauf und Logistik wurden bisher zusammen mit Schlecker geführt und müssten bei einer Übernahme durch Dubag neu geregelt werden. Für eine Übernahme der insolventen Firma wäre auch eine Zustimmung der Gläubiger notwendig.
Dubag will den Berichten zufolge die Osnabrücker Drogeriekette zu 100 Prozent und mit allen 480 Filialen übernehmen. Auch ein Abbau der Belegschaft - etwa 4.700 Mitarbeiter - sei demnach nicht geplant.
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Dubag ist nach eigenen Angaben auf den Erwerb und die Neupositionierung von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert.
Beschwerliche Investorensuche
Die Suche nach einem Investor für Schlecker gestaltet sich indes weiter schwierig. Insolvenzverwalter Geiwitz spricht derzeit mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungsbeitrag der Belegschaft.
Um Geiwitz Handlungsspielräume zu verschaffen, sollen die Schlecker-Mitarbeiter vorerst auf jetzt fälliges Urlaubsgeld und eine anstehende Lohnerhöhung verzichten. Dazu will Verdi aber erst einmal alle bei der Gewerkschaft organisierten Schlecker-Mitarbeiter befragen. Wenn das durch ist, werden die Zahlungen bis August aufgeschoben.
Geiwitz' Verhandlungen mit Investoren werden indes von zahlreichen Klagen früherer Schlecker-Mitarbeiter belastet, die sich vor Gericht gegen ihre Kündigungen wehren. Die Zahl der Kündigungsschutzklagen ist so hoch, dass es potenzielle Investoren abschrecken könnte. Geiwitz ist im Moment mit drei von fünf Bewerbern in "vertieften Verhandlungen".
Özlem Yilmazer, dpa
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